WSV Schwörstadt gewinnt im Drachenboot begehrten ARMADACUP

 

Am 30. Oktober fand die 24. Auflage des Armadacup auf dem Wohlensee bei Bern statt. Diese Veranstaltung findet in der Drachenbootszene größte Anerkennung, weil sich zum Saisonende zahlreiche  internationale Mannschaften über den 9KM-Langstreckenparcours noch einmal messen können. Ursprünglich handelte es sich bei dieser Veranstaltung um eine Ruderregatta, doch seit 1999 nehmen auch Drachenboote teil, und das mit wachsender Begeisterung und jährlich steigenden Teilnehmerfeldern. Dieses Jahr hatten sich nun 50 Teams aus der Schweiz, Deutschland, Italien, Tschechien, Russland und Frankreich dem Starter gestellt, was für den Veranstalter ein Melderekord bedeutete. Bei diesem Rennen handelt es sich um ein Langstreckenrennen der ganz besonderen Art. Der Start erfolgt in Form eines Massenstarts sämtlicher Drachenboote.

In sechs Startreihen kam es zu dem sicherlich bisher spektakulärsten Massenstart dieser 50 insgesamt Drachenboot-Mannschaften. Ungefähr 100 Tonnen bewegte Masse auf dem etwa 50 Meter breiten Fluss Ahre, also über 1000 Menschen mit dem Ziel, die Schnellsten zu sein. Die sechs Boote der ersten Reihe, wurden anhand des Vorjahresergebnisses gesetzt.  Das Team des WSV Schwörstadt musste aufgrund des 7. Platzes im Vorjahr aus der 2. Reihe starten.  Nach kürzester Zeit konnte man in der spektakulären Startphase die Lücke zur ersten Reihe schließen. Teamcaptain Stephen Kraus schildert die Startphase folgendermaßen: „Unsere Taktik war es, so schnell wie möglich in die Spitzengruppe vorzustoßen. Das die Taktik aufging lag einzig und allein daran, dass wir in unserem Boot sehr gute Sprintertypen haben, welche die PS sofort aufs Wasser gebracht haben.“

Aber eine alte Paddlerweisheit besagt aus, dass man nur mit Sprintern bekanntlich auch kein Langstreckenrennen gewinnt. Deshalb waren alle Paddler im Boot gespannt, was noch folgen sollte.

Als sich die eingeholten anderen sechs Boote der ersten Startreihe noch behakten, kam sofort das Kommando von Steuermann Jörg Käsinger, eine erste Attacke zu setzen. Das Rennen war erst 500 Meter alt, als man sich vom Verfolgerfeld absetzte und die Flucht nach vorne versuchte. Dieses Manöver zu diesem Zeitpunkt zu setzen war riskant, so Stephen Kraus, denn die anderen Teams hatten uns vor der Nase und wir mussten nun das Rennen knappe 9 Kilometer von vorne weg alleine bestreiten. Die Strecke schlängelt sich malerisch durch den Ahreausläufer des Wohlensees:  Drei enge Brückendurchfahrten müssen durchpaddelt werden, bis man nach 4.5 Kilometer die Wendemarkierung erreicht. Jedoch bringt das flache Wasser auch seine Tücken für ein schweres Mannschaftsboot mit – überall lauern Untiefen und Sandbänke. Bei der Wende liegt das Team des WSV Schwörstadts immer noch in Front. Das Team fährt bereits aus der Wende raus, als die drei Verfolgerteams das Wendemanöver einleiten. Jetzt muss in kürzester Zeit das Streckentempo wieder erreicht werden. Die Paddelschläge schmerzen, die Atmung des Teams wirkt jetzt angestrengter. Die Trommlerin und der Steuermann heizen durch Ihre motivierenden Anfeuerungsrufe die Stimmung im Boot hoch. Hinzu kommen nun die Teams aus dem Hinterfeld, welche jetzt erst entgegenkommen. Vorbei ist es mit dem schönen glatten Wasser, welches man hat, wenn man von vorne weg paddelt. Hinzu werden noch die Damenteams eingeholt, welche 5 Minuten vor der Herrenkonkurrenz auf die Strecke geschickt wurden. Wellen peitschen nun ins Boot. Die elektrische Pumpe wird aktiviert und befördert das Wasser aus dem Boot. „In dieser Entscheidungsphase haben wir es geschafft, durch kurze Zwischensprints das Tempo immer wieder zu forcieren und versucht nicht einzubrechen“, so Kraus. Dies war jedoch keineswegs selbstverständlich, da der WSV Schwörstadt mit 15 eigenen Vereinsleuten gepaddelt ist.  Bei vielen Teams ist es selbstverständlich geworden, dass sie sich aus vielen verschieden Gruppen zusammenschließen, um schlagkräftig zu wirken. Das Vereinsteam von Stephen Kraus schaffte es bis ins Ziel den Vorsprung zu behaupten. Als bei der Zieldurchfahrt nach exakt 33min56sec (was einer Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem Wasser von 16 Stundenkilometern entspricht) der ohrenbetäubende Kanonenschlag für den Sieger ertönte, gab es im Siegerboot des WSV Schwörstadt kein Halten mehr. Die Bilder erinnerten die mitgebrachten Zuschauer des WSV etwa an Szenen aus Filmen wie „Meuterei auf der Bounty“. Eifrig wurden Filme und Bilder gemacht, welche unter www.wsv-schwoerstadt.de angeschaut werden können. Dass man knapp 30 Sekunden über dem Streckenrekord geblieben ist, störte in diesem Moment keinen. „Das zeigt doch ganz klar, dass unser Streckentempo so schlecht nicht gewesen sein kann und wir ein verdientes Siegerteam sind“, so Teamcaptain Kraus.

Bei der Siegerehrung konnte der prestigeträchtige Armadacup und für eine Randsportart ein nicht unattraktives Preisgeld in Empfang genommen werden.  Ein freudestrahlender 1. Vorsitzender, Dirk Käsinger hatte sofort in der Heimat einen spontanen Empfang mit Abendessen organisiert, was das Siegerteam zum Saisonabschluss noch mehr zusammenschweißte. „Sich mit so einem Paukenschlag sich in das Wintertraining verabschieden zu können, ist einfach sensationell“, so Dirk Käsinger, der zufrieden ein Schlussstrich unter eine äußerst erfolgreiche Saison 2010 für den WSV Schwörstadt zieht.

 

Armadacup2010

 

Insgesamt 15 Paddler aus Schwörstadt. Das ist eine Super Leistung !


Grossen Dank wollen wir noch an die Paddler ausrichten die uns unterstützt haben bei diesen grandiosen Sieg!!!

Michael Franz

Dirk Oschetzke

Fabian Knebel

Björn Goldschmidt

Pascal Sigg

mehr Info unter

http://www.armadacup.ch

http://www.youtube.com/watch?v=WuFaMr4Yo4M

http://www.youtube.com/watch?v=dvjkRzZSg2Q&feature=related